
Schreiben ist für mich schon immer mehr, als Worte aufs Papier zu bringen. Es ist mein Weg, mich hinzugeben und Worte zu finden für das, was das Leben da draußen in mir hier drinnen auslöst. Früher, als Vierzehnjährige in Tagebüchern, zum ersten Mal verliebt, voll von Gefühlen, Unsicherheit, Freude und Zweifel. Und Jahrzehnte später – als Frau jenseits der Fünfzig – ebenso. Immer noch voller Gefühle, mal mehr, mal weniger Unsicherheit und Zweifel im Gepäck, das dennoch leichter geworden ist mit den Jahren. Wohl auch deshalb, weil ich mittlerweile viel mehr Liebe und Vertrauen spüre – zu mir, und ja, auch zum Leben.
Meine Texte entstehen nicht selten zuallererst, weil ich sie brauche. Nicht, weil ich ein Buch plane. Ich muss runterschreiben, um zu verstehen. Runterschreiben, um mich frei zu machen. Erinnernd einlassen. In eigene Welten eintauchen und in fremde, um aus dieser Distanz eine Geschichte zu erzählen, die wohl immer auch mit mir zu tun hat.
Ich mache mir mit diesen Texten zuerst einmal selbst das größte Geschenk. Weil ich zwischen all diesen Zeilen ahne, wer ich sein könnte, weil ich spüre, wie ich die Welt sehe. Weil ich erleben darf, dass sich mit jeder Erfahrung mein Blick aufs Leben klärt, weitet. Als würde ich auf diese Weise Platz machen für mehr Freude, Leichtigkeit, Vertrauen, Verbindung, Nähe.

Erst mit der Zeit entstanden aus meinen Texten, aus meinen Geschichten, aus meiner Geschichte auch Bücher. Kleine Landkarten meines Lebens über Versuch und Irrtum, Freude und Schmerz, Wandel und Spiritualität. Jede Station auf ihre Weise eine kraftvolle Tankstelle zum Weitergehen, auch wenn ich das oft erst im Rückblick verstehe.
Immer wieder darf ich dabei feststellen, wie gut es mir tut, mal innezuhalten, dem Leben das Steuer zu überlassen in dem Vertrauen, dass es gut wird. In solchen Momenten der Stille, des „Nichtstuns“ finden mich häufig die Dinge, Impulse, um die es wirklich geht. Leicht, erstaunlich mühelos. Freude als Kompass.
So, wie meine Arbeit als Schreibmentorin. Nicht gesucht, trotzdem gefunden. Und im Nachhinein so logisch, dass ich mich frage, warum ich nicht selbst darauf gekommen bin? Obgleich ich doch weiß und erfahren habe, wie kraftvoll, klärend, heilsam und manchmal magisch Schreiben sein kann.

Als Schreibmentorin darf ich seit längerem insbesondere Frauen in der zweiten Lebenshälfte auf ihrem Weg begleiten, ihre eigene (Schreib)Stimme zu finden. Die Stimme, die Klarheit und die freudvolle Kraft dafür, wie sie über die Erfahrungen aus ihrem Leben erzählen und schreiben wollen.
Danke, ihr Frauen, für euer Vertrauen, für euer Einlassen. Ich könnte niederknien vor Dankbarkeit, dass ihr mit eurer Neugier, mit eurem nachdrücklichen Nachfragen diesen für mich so wertvollen Teil meiner Arbeit auf den Weg gebracht habt. Mögen euch die folgen, die genau diesen Ruf, diese Sehnsucht spüren: sich und ihrer inneren Stimme, die immer da ist, nur zu leise – wirklich Gehör zu schenken und ja, auch aufs Papier zu bringen.
Mit jedem Buch, jeder Kolumne, jedem Text darf ich als Autorin immer wieder selbst erleben, wie Worte Magie entfalten, Herzen berühren und Lebensrealität formen können – meine eigene – und all derer, die sich berühren und einlassen wollen. Einfluss nehmen im allerbesten Sinne, auf eine individuelle Weise, die jede Leserin, jeder Leser selbst bestimmt.
Ich weiß, dass mich meine Texte verletzbar machen. Und dass es gleichzeitig nicht anders geht, wenn ich vom Leben erzählen will. Und genau das will ich. Bereit sein, auf dem Spielfeld des Lebens zu stehen und schreibend zu rufen: Hier bin ich. Bereit, mich einzulassen, hinzugeben. Nicht nur Geschichten erzählen, sondern gelebtes Leben.

Geboren wurde ich an einem Sonntag im Sommer 1968 in Dresden. Nach dem Abitur zog es mich „in die große, weite Welt“ – nach Berlin, zweihundert Kilometer weiter nördlich. Dort studierte ich Betriebswirtschaft mit Psychologie im Nebenfach und tauchte gleichzeitig tief ein in das kreative Leben dieser pulsierenden Stadt. Ich sog die Kultur auf wie ein Schwamm, und manchmal staune ich heute noch, dass ich trotz aller Inspiration und Ablenkung mein Studium beendet habe.
Beruflich begann ich im Medienbereich: Praktikum bei der Berliner Zeitung, Jobs bei Deutsche Welle, Berliner Abendblatt, taz. Ende der Neunziger führte mich ein Stellenangebot zurück nach Dresden. Ich blieb – und arbeitete über zwei Jahrzehnte in verschiedenen Bereichen der Medienbranche.
Doch das Schreiben ließ mich nie los. Im Gegenteil: Je mehr ich mich selbst hinterfragte und entwickelte, desto stärker wurde das Bedürfnis, mit Sprache zu gestalten und zu verstehen. Besonders Meditation, spirituelle Arbeit, heilsames Malen und das bewusste Innehalten haben mir geholfen, den Weg zu mir und damit auch zum Schreiben wiederzufinden.
"Aber bitte mit Sahne" (epubli, Februar 2026)
"Alleine los mit 50 plus - 100 Tage Auszeit in Portugal" (epubli, August 2025)
Unter meinem Pseudonym Brit Gloss sind drei Bücher erschienen:
Versuchsweise glücklich (DDV Edition, 2020)
Vom Nichtstun und Bleibenlassen (Saxo’Phon Verlag, 2019)
Grüße vom Sofa (Saxo’Phon Verlag, 2017)
Das Pseudonym Brit Gloss – abgeleitet von meinem bürgerlichen Namen Grit Bloß – entstand tatsächlich aus einer Prosecco- Laune heraus, wenige Tage vor dem geplanten Andruck meines ersten Buches „Grüße vom Sofa“.
An jenem denkwürdigen Abend träumte ich mit zwei meiner Kolleginnen vom großen „Was wäre, wenn …?“
Was würde als Autorin auf mich zukommen? War ich wirklich bereit für die Öffentlichkeit?
Das Wortspiel mit meinem Namen schien dem Ganzen etwas von seiner Ernsthaftigkeit zu nehmen und mir gleichzeitig einen gewissen Schutz zu bieten.
Acht Jahre und drei veröffentlichte Bücher später lege ich das Pseudonym ab.
Warum?
📚 Der Name hat
nicht selten mein Gegenüber verwirrt: Brit? Grit? Wie wollen Sie denn angesprochen werden?
📚
Meine Bücher – das bin alles ich, Grit. Kein „Verstecken“ mehr.
📚 Ganz im Gegenteil: Ich will raus aufs Spielfeld, mich
zeigen. Mit allem, was dazugehört.
Bereue ich das Pseudonym?
Definitiv nicht. Es war gut und hat mir auf meinem Weg als Autorin geholfen.
Wie es weitergeht?
Seit Sommer 2025 erscheinen meine aktuellen Bücher unter meinen bürgerlichen Namen Grit Bloß.